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Kabis hobeln und würziges Sauerkraut herstellen

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Kabis hobeln und würziges Sauerkraut herstellen

Die Chabishoblete im Wallierhof ist ein beliebter Familienanlass.

Im Bildungszentrum Wallierhof in Riedholz können Besucherinnen und Besucher Kabis hobeln und zu Sauerkraut verarbeiten

Am Wochenende vom 21. und 22. Oktober findet bereits zum 17. Mal von 10.00 bis 16.00 Uhr die Chabishoblete im Wallierhof statt. Sechs Tonnen Chabis warten darauf, von den Besucherinnen und Besuchern zu Sauerkraut verarbeitet zu werden.

Gewürze, Salz, gehobelter Chabis, Gläser oder Standen und etwas Handarbeit bilden die Grundlage für das Gelingen des «Surchruts». Besucherinnen und Besucher sind an der Hoblete selber aktiv und stellen ihr eigenes «Surchrut» her. Der Prozess der Nahrungsmittelverarbeitung wird erfahrbar. Ein Erlebnis für Klein und Gross, für Jung und Alt ist garantiert. Alle Zutaten können am Anlass gekauft werden, Standen und Gläser können auch selber mitgebracht werden.

Attraktives Rahmenprogramm
Das Rahmenprogramm rund um die «Chabishoblete» bietet manch Interessantes: Das Herstellen von frischem Most kann an der Hoblete beobachtet werden und der frische Most steht dann auch gleich zur Degustation und zum Kauf bereit. Auf die Kleinen wartet eine spannende Bastelund Spielecke. Zudem werden am Herbstmarkt attraktive Produkte verschiedener Bauernfamilien verkauft und ein Weidenkorbmacher zeigt sein Handwerk. Für das leibliche Wohl wird in der gemütlichen Festwirtschaft gesorgt.

Anbau und Ernte
Ende April werden die erstenKabissetzlinge gepflanzt. Die Frühsorten wachsen in rund 90 Tagen zu Kabisköpfen von 5-8 kg heran. Ab Mitte Mai werden die Mittlerenund die Spätsorten gepflanzt, welche eine Wachstumszeit von ca. 120-140 Tage benötigen. Auf 1 ha kommen ca. 20’000 Setzlinge. Anfang August sind die ersten Kabisköpfe erntereif, im Fachjargon heisst es er «züntet», das heisst die Kabisköpfe leuchten leicht gelblich in den Feldern. Nicht die Grösse ist massgebend sondern die Farbe der Köpfe. Der richtige Reifegrad ist sehr wichtig für die Qualität und die Weiterverarbeitung. Die Ernte ist auch heute noch hauptsächlich Handarbeit.

Industrielles Verarbeiten
In der Fabrik werden die Kabisköpfe maschinell weiterverarbeitet. Der Kabiskopf wird «weiss gerüstet»: der Strunk herausgebohrt und der Kabis in Streifen geschnitten. Der geschnittene Kabis wird mit 1,5 Prozent Salz gemischt und in den Gärbottich gestampft. Je nach Rezeptur und Geschmack wird das Sauerkraut mit verschiedenen weiteren Zutaten gemischt. Im Bottich werden durch Druck und Luftabschluss die Milchsäurebakterien aktiv, die unter Freisetzung von Kohlensäure den Zucker im Kabis zu Milchsäure umwandeln. Je nach Temperatur ist das Sauerkraut nach zwei bis drei Wochen bereit zur Weiterverarbeitung. Das rohe Sauerkraut ist kühl gelagert bis zu sechs Monate haltbar. Meist wird das Kraut jedoch bei einer Temperatur von 75 Grad pasteurisiert. Damit ist es bis zu 18 Monate haltbar.

Selber aktiv werden
Anders geht es natürlich an der «Chabishoblete im Wallierhof» zu und her. Der Anlass ermöglicht den Besucherinnen und Besuchern den Weg vom Roh- zum Endprodukt nicht nur zu beobachten, sondern selber aktiv zu werden. Helferinnen und Helfer unterstützen Besucherinnen und Besucher dabei.