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Roman Angermann

Sicherheitsexperte, Ex-Gardist und kreativer Allrounder


TCS-Sicherheitsexperte Roman Angermann ist ein technischer und praktischer Allrounder, fährt Velo, Motorrad und Auto, betreut das zentrale Dossier «Aus- und Weiterbildung in der TCS-Verkehrssicherheit». Der promovierte Historiker engagiert sich zudem als Präsident der Sektion Solothurn der Vereinigung der ehemaligen päpstlichen Schweizergardisten. In dieser Funktion ist er am kommenden Donnerstag im Museum Altes Zeughaus in Solothurn anzutreffen, wo die Sonderausstellung «In aller Herren Länder – Eidgenössische Söldner weltweit im Einsatz», eröffnet wird.  

Roman Angermann vereint viele Talente und vermeintliche Widersprüche, die sich bei näherem Hinschauen als folgerichtig erweisen. Wie sonst liesse sich erklären, dass der gelernte Mechaniker, der nach dem Einsatz bei der Päpstlichen Schweizergarde in Rom auf dem zweiten Bildungsweg in einem Kolleg für Erwachsene im bayrischen Wolfratshausen die Matura (Abitur) nachholte, in Augsburg Geschichte studierte und doktorierte. «Irgendwie habe ich Technik, Geschichte und Benzin im Blut», schmunzelt er. Nachzutragen wäre noch das Faible für Ästhetik, Mode, gebrauchte Designer-Lampen und Uhren. Doch zurück zu den Motoren. 1958 wollte Daimler-Benz den Autohersteller BMW übernehmen. Doch der Coup scheiterte als eine der wenigen Übernahmen, die nicht zustande kamen. Dieses interessante Kapitel Industriegeschichte wählte Roman Angermann als Thema für seine Magisterarbeit und schaffte es, dass Peter Denzler ihm sein Privatarchiv öffnete. Die Dissertation widmete er dann der Geschichte der Aktiven Sicherheit im Automobilbau». Seine Forschungen führten ihn zum TCS, wo er zum Kader gehört und sich à jour hält. «Als Non-Profit-Organisation beraten wir sämtliche Verkehrsteilnehmer, insbesondere natürlich unsere Mitglieder. Dazu studiere ich regelmässig die neuesten wissenschaftlichen Studien, tausche mich mit in- und ausländischen Wissenschaftlern und Fachleuten aus. Dieses Wissen stellen meine beiden wissenschaftlichen Kollegen und ich dann den Kommissionen innerhalb des TCS, den Sektionen, aber auch, wenn gefordert, der Geschäftsführung und dem Verwaltungsrat des TCS Schweiz zur Verfügung. Selbstverständlich betreue ich einige Projekte zur Verkehrssicherheit, wie beispielsweise www.play4safety.ch, den Gurtschlitten, sowie in der Westschweiz, im Kanton Freiburg und im Tessin «Das richtige Verhalten» », listet er einige Aufgaben auf. 

Johannes Paul II. und Charles Kettering
Vorwärtsstreben und Vorwärtskommen entsprechen seinem Naturell. Nicht immer ist dies vom Tempo abhängig. Die Strecke Langendorf-Rom legte er als Schweizergardist einmal per Fahrrad zurück. Als er nach zwei Jahren dem Vatikan den Rücken kehrte, fuhr er mit dem Fahrrad über das Piemont und den Schlenker über die Pyrenäen, Santiago de Compostela und die Alpen heim ins Solothurnische. In den Taschen Erinnerungen an Papst Johannes Paul II. und ihn besuchende Staatsmänner. Prägende Erfahrungen, die sein Leben bereicherten. Den Kontakt zu seinen damaligen Gardekollegen und anderen Ex-Gardisten hält er durch die solothurnische und die schweizerische Vereinigung der Ex-Gardisten. Er präsidiert die Sektion Solothurn, die gegenwärtig an der im Alten Zeughaus zu sehenden Sonderschau mitwirkte und am 19. und 20. August die gesamtschweizerische Tagung nach Solothurn bringen wird. «Die Kameradschaft ist einmalig und das Netzwerk funktioniert ausgezeichnet», bemerkt er stolz. Mit seinem Team wird er die Ambassadorenstadt für einen Moment zur «Gardistenstadt» machen. Er liegt ihm, etwas zum Fahren und zum Funktionieren zu bringen, Prozesse anzustossen und zu beschleunigen. Dies bewies er kürzlich in Detroit, als er im Museum die originale Jaeger-LeCoultre Atmos von Charles Kettering bewunderte. «Sie war vom Transport her seit Langem noch arretiert und niemand getraute sich, an dem kostbaren Stück etwas zu manipulieren. Zur Freude und wohl auch Erleichterung der Verantwortlichen gelang es mir, sie wieder zum Laufen zu bringen.» Silvia Rietz