Leute

«Troumhafte» Dorffasnacht

» Mehr

Regio Info

Workshops im Herzen der Uhrmacherkunst

» Mehr

Kopf der Woche

Tobi Knuchel

» Mehr
Tobi Knuchel

Ein Supersiech im Alltag und am Schlagzeug


Drummer Tobi Knuchel ist ein famoser Typ und seit 2008 ein Supersiech. So heisst nämlich die bekannte Mundartband von Tülü Dubach, in der Tobi am Schlagzeug den Rhythmus vorgibt. Obschon harmoniebedürftig, schlägt er auf alles, was Töne von sich gibt. Am Samstag, 24. Februar, ist er mit den Supersieche in der Galicia Musikbar in Olten zu hören, am 3. März in der Gotthard Bar in Zürich. 

Schlagzeuger sind Teamplayer, geben aus dem Hintergrund den Takt an. Da bleibt kein Platz für Diven-Allüren, Kreativität ist jedoch gefragt. Tobi Knuchel untermalt mit seinen Grooves die Songs von Dülü Dubach, der als Frontmann Stil und Charakter der Mundartband Supersiech prägt. Texte schreibt, die den Alltag bissig, humorvoll und kritisch reflektieren. Mundartlieder, die mitreissen und auch polemisieren, vielen Menschen und auch Tobi Knuchel aus dem Herzen sprechen. Tobi ist nicht allein Rhythmusgeber der Formation, sondern der Mann, der die Auftritte organisiert, Termine koordiniert und Konzerte akquiriert. Er selbst beschreibt sich als «Mädchen für alles» und mit dem ihm eigenen Witz als von Natur aus friedliebend, trotzdem haue er auf alles ein, was knirsche, rumple und scheppere. Das Schlagezug ist von Jugend an seine Passion, die musikalischen Früh-Wurzeln liegen im Hip-Hop und Metal. Diese zelebrierte er vor Jahren im Zusammenspiel mit Fernando von Arb und anderen Schweizer Musikgrössen. Bis 2008 Dülü Dubach ihm eine CD in den Briefkasten legte und als Drummer für Supersiech anheuerte. «Das Genre war mir recht fremd. Mit dem kleinsten Schlagzeug meiner Sammlung spielte ich an einer Probe mit und so wurde der Sound allmählich auch zu meinem.» Ein Prozess, den er mit vielen Zuhörenden teilt. Wer die Band erstmals hört, staunt über die musikalische Vielseitigkeit sowie über die pointierten Texte. «Selbst bei einem Festival in Polen, wo uns niemand verstand, reagierte das Publikum begeistert», schwärmt Tobi Knuchel. In der Deutschschweiz gehört Supersiech zu den populärsten Ensembles, die man vom Engadin über die Ostschweiz bis zur Romandie kennt und mag. Ein Promo-Film mit Schweizer Promis tat ein Übriges um Supersiech schweizweit bekannt zu machen. Im Video-Clip begeistert sich Ständerat Roberto Zanetti und attestiert, in Solothurn werde gute Mundartmusik produziert. «Wir ordneten jeder Persönlichkeit ein Lied zu: Pedro Lenz einen witzigen Song, Peter Bichsel ein nachdenklich-poetisches Stück und Zanetti natürlich eines mit politischen Aussagen, während Sandra Boner ein Wetter-Lied bekam», schmunzelt er. Beim Filmen nahmen sie Zanetti im Bundeshaus auf. Kurzentschlossen habe der Politiker die Crew in die Wandelhalle mitgenommen und unter anderem Alexander Tschäppat vorgestellt.

Treffen mit Alain Berset
Dieser meinte scherzhaft: « Chris von Rohr findet, er sei der Supersiech von Solothurn... Doch diese Gielen sind die wahren Supersieche...!» Den Höhepunkt erlebten die Bandmitglieder, als sie Alain Berset vorgestellt wurden. «Der Bundesrat plauderte entspannt über die Filmtage und Solothurn, lobte unsere Musik», freut sich der Drummer. Man kennt und schätzt die Solothurner Mundart von Supersiech mittlerweilen im ganzen Land. Besonders gerne schaut er auf ein Gastspiel im Appenzellerland zurück. Auch wenn deren Dialekt ganz anders klinge, gab es keine Sprachbarrieren sondern einige Folgeauftritte. «Herzliche Typen, mit denen wir auf Anhieb harmonierten.»  Steht Tobi Knuchel nicht mit der Band auf der Bühne, unterrichtet er in Deitingen Erst- und Zweitklässler. Am freien Freitag übernimmt er die Kinder und den Haushalt. Seine Frau Felicitas habe ihn als Musiker kennen und lieben gelernt und unterstützt ihn in seinem musikalischen Schaffen. Obschon der Erfolg gewachsen ist, die Auftritte zugenommen haben, kommt die Familie nicht zu kurz. Sein Lieblingssong bei Supersiech heisst «Wartisch». Dieses Lied, ausgerechnet der einzige Song ohne Schlagzeug, geniesse ich mit geschlossenen Augen und Gänsehautfeeling», lächelt er. Tobi Knuchel ist in der genau richtigen Band angekommen, muss auf nichts mehr warten, sondern auf alles reinhauen was rumpelt, scheppert und knirscht. Ein Supersiech am Schlagzeug eben.                      Silvia Rietz