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Beat Steinmann

Bei Beat Steinmann wird der Stuhl zum (Kunst)-Objekt


Beat Steinmann ist im Sternzeichen Zwilling geboren. In seinem Alltag lebt er denn auch zwei Seiten seiner Persönlichkeit aus: Den Beruf als Architekt und Abteilungsleiter Gebäudebetrieb beim Kantonalen Hochbauamt sowie die Berufung im Atelier. Nun vereinen sich die beiden Leidenschaften in der Aula und dem Bistro der GIBS Solothurn mit der Ausstellung «Der Stuhl als Objekt». Beat Steinmann gestaltete den Raum ähnlich wie ein «Hard Rock Café» mit Lese-Nischen und von ihm mit Acryl bemalten Stühlen, die am 27. und 28. Mai mit einer Auswahl abstrakter Bilder besichtigt werden können.

Das umgebaute GIBS-Bistro präsentiert sich als gemütliches Café, wo gegessen, getrunken, diskutiert und gelesen wird. Nichts erinnert an eine sterilfunktionale Bibliothek. Der helle Raum besticht mit einer originellen Note. Dies liegt nicht allein am Einrichtungskonzept, sondern an den unterschiedlichen Sujets auf den Stuhllehnen. Da sind die Konterfeis von Albert Einstein, Audrey Hepburn und Marilyn Monroe zu sehen. Die Porträts strahlen einen Hauch von 50er-Jahre-Glamour aus. Verstärkt wird der Eindruck von mit gleichem Charme gemalten Sujets und Embleme. Was der ursprüngliche Bauzeichner, der sich am Abend-Technikum zum Architekt HTL weiterbildete, geschaffen hat, fasziniert ungemein. «Irgendwann hatte ich genug Häuser gezeichnet und besuchte Kurse an der Kunstgewerbeschule Bern, der Malschule A13 Rolf Wullimann in Selzach und Portraitmalen Blackboxx bei Ellen Etter in Solothurn. Stellte nach Gebäuden beim Zeichnen und Malen nun den Menschen in den Mittelpunkt», erklärt er die Motivation, sich künstlerisch zu betätigen. Als Architekt gehört er zur Generation von Handwerkern die noch am Reissbrett arbeiteten. Trotz Computerprogramme ist er geübt im Freihandzeichnen mit Bleistift, kreativ und talentiert. So entwickelte er sich zum Allrounder, der mit verschiedenen Materialien und Techniken experimentiert. «Für mich bedeutet die Malerei einen stetigen Entwicklungsprozess. Mir war es nie wichtig, einen eigenen Stil zu entwickeln, reich oder bekannt zu werden war auch nicht mein Bestreben», lächelt er. Die Malerei als Kunsthandwerk dürfe jedoch nicht unterschätzt werden. Vorkenntnisse und das Auseinandersetzen mit den verschiedenen Materialien und Techniken seien Grundvoraussetzungen um als Künstler zu reüssieren. Obschon Beat Steinmann ein künstlerisches Flair sein eigen nennt, lebt er sehr strukturiert. Im zum Atelier umgebauten oberen Stock seines Eigenheims arbeitet er jeweils an drei Bildern gleichzeitig. «Während eines trocknet widme ich mich den anderen Bildern.»

In der GIBS-Aula zu bewundern

Nicht immer gelinge ein Werk auf Anhieb oder entspreche den Vorstellungen des Künstlers, ist sich Beat Steinmann bewusst. Bei abstrakter Kunst stelle sich oft die Frage, wann ein Bild wirklich fertig sei. «An der letzten Ausstellung zeigte ich ein Bild, welches mir während seinem Entstehen Nervenflattern bescherte. Auch wenn man viele Stunden einsetzt garantiert dies noch lange keinen Erfolg. Ich rechnete fest damit, dieses Bild wieder nach Hause nehmen zu müssen. Doch ein Besucher war anscheinend anderer Meinung und von meinem «gelungenen» Kunstwerk begeistert. Er kaufte das Bild und gab ihm daheim erst noch einen prominenten Platz.» Hervorragend gelungene Bilder und Stühle sind am Samstag, 27. Mai, von 10.00 bis 18.00 Uhr, und am Sonntag, 28. Mai, von 10.00 bis 16.00 Uhr, in der GIBS-Aula in Solothurn zu bewundern. Silvia Rietz