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Liselotte Sägesser

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Liselotte Sägesser

Ihre bevorzugten Hotelgäste sind Kater, Miezen und Büsi


Katzen gehören zu den beliebtesten Haustieren. Probleme bereiten sie allenfalls, wenn Frauchen oder Herrchen Ferien oder eine Reise planen und sich im Umfeld niemand anerbietet, das Fellknäuel zu füttern und sein Kistchen zu reinigen. Doch dafür gibt es externe Lösungen. Was bei Hunden schon länger bekannt ist, macht auch bei Katzen Schule: Das Katzenhotel. Liselotte Sägesser betreibt in Oberbipp das Cats-Katzenhotel, widmet sich mit viel Liebe und Zeit den Miezen und Kater.

Liselotte Sägesser lebt in einem Zweifamilienhaus, dass sie gemeinsam mit ihrer Schwester bewohnt. Ihrem Hausteil ist ein Katzenhotel angegliedert, wo rund zwanzig Katzen die Ostertage verbrachten. Jede besitzt ihr eigenes Körbchen, ihr Kistchen und den mit auf ihren Speiseplan zugeschnittenen Futterschale mit Trocken- oder Nassfutter. «Die Meinung, Hauskatzen seien Einzelgänger, ist längst widerlegt. Es gibt auch unter den Hauskatzen Einzelgänger, von Natur aus sind sie jedoch soziale Tiere», weist Liselotte Sägesser die Frage nach kapriziösen Katzen-Diven zurück. Ostern gehört mit den Schulferien, Weihnachten und den Sportwochen zu den Zeiten, wo das Katzenhotel vollbelegt ist. Dazwischen finden sich immer wieder vierbeinige Pensionäre, deren Halterin wegen einem Spitalaufenthalt oder beruflichen Verpflichtungen nicht zu ihren Haustieren schauen können. «Muss jemand in die Klinik, so weiss ich aus Erfahrung, dass der Aufenthalt länger dauern kann», erzählt sie.  Sie selber ist relativ spät, erst mit Dreissig, zu ihrer ersten Katze gekommen. «Früher war ich eher auf Distanz, bis meine Schwester und ich in der Zeitung ein Inserat sahen und beschlossen, zwei Büsi aufzunehmen», ergänzt sie und lacht. Damit begann nämlich eine Lebensliebe und bald einmal der Schritt in die Selbständigkeit. Bis der Betrieb ein bisschen angelaufen und bekannt war, übernahm die frühere Krankenschwester und Spitexmitarbeiterin regelmässig Nachtwachen in Altersheimen. Am Tag betreute sie die Katzen. 

«Katzen tun den Menschen gut»
Im Oberaargau verwirklichte die Katzenliebhaberin ihren Traum vom Katzenhotel, baute das Untergeschoss tiergerecht aus. «Klein, aber fein..», wie sie bemerkt. Die vierbeinigen Gäste kommen aus dem ganzen Mittelland und natürlich auch aus der näheren Umgebung. Die Katzen werden gebracht, gewöhnen sich an den Auslauf und die Gspänli, gehen eine Woche gemeinsam durch Dick und Dünn. «Sorgen bereiten einzig Tiere, die nicht fressen wollen. Aber das passiert selten. Natürlich fahre ich erstmal alle Goodies auf, koche Gehacktes und anderes. Nur einmal litt eine Katze so fest unter Heimweh, dass ich sie zum Tierarzt brachte um eine Infusion zu legen. Sie gehörte wohl zu den seltenen Einzelgängern. Mehrheitlich sind die Gastkatzen jedoch schnell daheim und geniessen die Tage im Katzenhotel», berichtet sie. Um acht Uhr morgens richtet Liselotte Sägesser die erste Fütterungsrunde. Sind die Katzen satt, ist «Schössele» angesagt. Da wird gestreichelt, flattiert und verwöhnt. Danach geht es ans Saubermachen der Kistchen und der Räume. Bis alles geputzt ist und die Futtermischungen für den Abend bereitstehen, tollen die Katzen im Freien herum. Liselotte Sägesser nutzt die Zeit, um bestelltes Katzenfutter nach eigener Mischung zusammenzustellen und abzupacken oder an den speziellen Katzenkissen zu nähen. Manchmal erledigt sie für ältere Katzenhalter den Besuch beim Tierarzt. Am späten Nachmittag ist dann wieder Zeit und Musse zum Schmusen und zum Spielen. «Jede Katze hat ihren eigenen Charakter: Die Scheuen, die Wirbelwinde, die Vorwitzigen oder die Besonnenen. Katzen tun den Menschen gut.»  Silvia Rietz