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Franziska Leuppi

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Franziska Leuppi

Eine Meisterin der Farben und Stimmungen


Noch bis zur Finissage am Samstag, 29. Februar, stellt Franziska Leuppi einige ihrer Ölbilder in der Galerie Artesol in Solothurn aus. Landschaften, die etwas Mystisches ausstrahlen und einen ganz eigenen Zauber umfangen. So wie die empathische Künstlerin, die tiefsinnig reflektiert, Technik und Farbpalette beherrscht, Sehnsüchte und Stimmungen erzeugt.

Landschaften, deren Facetten von Schwarz und Weiss die Meisterhand in Sachen Farben und Technik verraten, zeugen von unendlich vielen Schattierungen, der Kraft und Poesie, die Franziska Leuppi auf die Leinwand bannt. Gezeichnet hat sie schon als Kind. Lange malte sie für sich selber, probierte verschiedene Stile aus. Experimentierte mit Akt-Malerei, modellierte mit Ton, begeisterte sich für Acryl und Aquarelle. Ihre Arbeiten verraten nicht nur das Gespür für Naturstimmungen, sondern einen genauen Blick für Details. Fähigkeiten, die sie während der Lehre als Porzellanmalerin wie auch an Kursen der Kunstgewerbeschule Bern schärfte. Das Vorbereiten des Pinsels, die Geduld für zeitraubende Miniaturen, der Umgang mit den Grundstoffen Gold, Purpur und Kobaltblau – all dies lenkt auch das Mischen der Ölfarben. «Ich weiss genau, welche Farbe ich will und wie ich einzelne Nuancen erziele», lächelt sie. Als Porzellanmalerin hat sie nie gearbeitet, sondern hängte nach der Abschlussprüfung gleich eine zweite Lehre als Floristin an. Doch auch damit liess es die Allrounderin nicht bewenden. «Mein Schlüsselerlebnis war der Besuch einer Vebo-Veranstaltung. Der Clown war ausgefallen und ich wurde gebeten, für ihn einzuspringen und die Kinder zu unterhalten. Obschon es mir nicht gelang, aus den Luftballonen Tierfiguren zu formen, konnte ich Freude wecken und spüren, wie zufrieden und glücklich die Menschen waren.» Davon wollte sie mehr in den Alltag integrieren und bildete sich zur Sozialpädagogin aus. Seit vielen Jahren arbeitet die aparte Frau mit der dunklen Lockenpracht nun schon bei der Stiftung Solodaris, im Kreativatelier im Wohnheim Wyssestei. Franziska Leuppi: «Hier finden Besucherinnen und Besucher einen Raum für eigene Gedanken und Talente, können selbstständig schaffen oder an Objekten und Dekorationen mitwirken. Hier tanken sie Kraft und Energie.»

Atelier und Wohnzimmer
Sie selber lebt in einem Zuhause, dessen Wohnzimmer gleichzeitig als Atelier und Galerie dient. Franziska Leuppi betreibt kein «Hobby» mit separatem Raum, sondern sie lebt ihre Passion in ihren vier Wänden. «Überall stehen Bilder und ich greife in jeder freien Minute zum Pinsel. Zum Glück fühlt sich mein Sohn in diesem Ambiente so wohl wie ich», schmunzelt sie. Neben floralen Bildern reihen sich Objekte, Landschaften, Schmuckentwürfe, Aktbilder und neue Werke aneinander, dokumentieren den Weg ihrer Schöpferin. So selbstverständlich sich Wohnen und künstlerische Ambitionen mischen, so unkompliziert, empathisch und attraktiv bewegt sich Franziska Leuppi durch den Alltag. Obschon ihre Augen in den letzten Wochen und Monaten noch intensiver funkeln. «Ich bin frisch verliebt und einfach glücklich», strahlt. Sie verdankt den Traumprinzen ihrem Hobby Schwimmen. Ist sie nicht gerade mit dem Liebsten zusammen, schwingt sie sich aufs Velo, durchstreift Landschaften, bestaunt die Aare, den Jurasüdfuss, Wiesen und Wälder. Wieder daheim, drängt es Franziska Leuppi, das Gesehene festzuhalten. Dabei kommt eine ihrer Eigenheiten zum Tragen: «Male ich Blumen, stelle ich mir eine weibliche Person vor, die ich gut kenne und zu der die Blüte passt. Bei Bäumen denke ich an einen Mann, dessen Naturell die jeweilige Art entspricht. Eine Methode die mir hilft, Pflanzen, Blumen und Bäume individuell und emotional zu interpretieren.» Einige dieser Gemälde sind noch bis Ende Februar in der Galerie Artesol in Solothurn zu bewundern.

Silvia Rietz